Stadthalle


Restaurierte Stadthalle

Alle Information der Stadthalle selbst ist hier frei zitiert nach Thoralf Plath (Kaliningrad Aktuell, 30 November 2007):

Vor dem Krieg beherbergte die 1911 nach Plänen des Berliner Architekten Richard Seel erbaute Stadthalle die Königsberger Philharmonie, sie war das Zentrum des musikalischen Lebens der Stadt. Der Konzertsaal galt mit 1600 Plätzen als größter seiner Art in ganz Deutschland.

Hier traten Musiker und Künstler aus ganz Europa auf. Am 26. August 1944 versank die Stadthalle wie große Teile der historischen Königsberger Innenstadt im Bombenhagel eines verheerenden Luftangriffs.

Erst in den 1980er Jahren war das Gebäude wiederaufgebaut worden, nachdem es jahrzehntelang als Kriegsruine sein Dasein gefristet hatte und dabei allenfalls Moskauer Filmteams diente – als Kulisse. Die zerstörten Mauern der Königsberger Stadthalle tauchen in mehr als einem Dutzend sowjetischer Kriegsfilme auf.

Seit 1991 residiert hier das Museum für Kunst und Geschichte


Orgel der Stadthalle

Die Orgel wurde Bruno Goebel Söhne in 1912 erbaut als Opus 300. Diese Orgel hatte keine Pfeifen im Prospekt doch, wie die Orgel im Berliner Philharmonie, einer Art Ziergitterwerk in einer Neo-Klassizistische Umrahmung.

In 1933 wurde die Orgel, auch von Goebel, grundlegend umgebaut: von den 52 vorhandenen Registern wurde 30 übernommen und 22 erneuert oder geändert. Otto Kreft war Sächverständiger bei der Umbau und hat auch die Orgel abgenommen.

Nach der Umbau sind die Manuale I und II deutlich weniger romantisch eingestuft.
Der anonyme Autor von 1933 bemerkt noch das diese Orgel als einzige in Königsberg eine Bauernpfeife 1' im Pedal hat. Zur Zeit sciher, aber schon im nächsten Jahr wurde die Orgel der Neuroßgärter Kirche auch mit eine Bauernpfeife 1' ausgestattet.

Die Dispositionen lauteten in 1912 (KRÜGER 1934: 205 - 206) bzw. 1934 (ANONYM 1934: 220 - 221):

Manual I

1912 1933
1. Principal 16' Bordun 16'
2. Prinzipal 8' Prinzipal 8'
3. Gamba 8' Gamba 8'
4. Gemshorn 8' Hohlflöte 8'
5. Hohlflöte 8' Oktave 4'
6. Gedeckt 8' Gemshorn 4'
7. Oktave 4' Rohrflöte 4'
8. Rohrflöte 4' Oktave 2'
9. Spitzflöte 4' Superquinte 1 1/3'
10. Rauschquinte 2 2/3' Schwiegel 1'
11. Kornet II - IV f Sesquialter 2 2/3' u. 1 3/5'
12. Mixtur III - V f Kornet IV f
13. Fagott 16' Mixtur IV f
14. Trompete 8' Fagott 16'
15. - - Trompete 8'


Manual II

1912 1933
1. Bordun 16' Prinzipal 8'
2. Prinzipal 8' Quintatön 8'
3. Fugara 8' Salicional 8'
4. Dolce 8' Holzflöte 8'
5. Rohrflöte 8' Flötenprinzipal 4'
6. Wienerflöte 8' Offenflöte 4'
7. Quintatön 8' Nachthorn 2'
8. Prestant 4' Terzflöte 1 3/5'
9. Traversflöte 4' Sifflöte 1'
10. Progressiv II - III f Progressiv II - III f
11. Klarinette 8' Klarinette 8'


Manual III

1912 1933
1. Dulciana 16' Dulciana 16'
2. Prinzipal 8' Prinzipal 8'
3. Schalmei 8' Schalmei 8'
4. Salicional 8' Äoline 8'
5. Äoline 8' Vox cölestis 8'
6. Vox cölestis 8' Konzertflöte 8'
7. Konzertflöte 8' Gedeckt 8'
8. Liebl. gedeckt 8' Prinzipal 4'
9. Prinzipal 4' Flote 4'
10. Fl. amabile 4' Fugara 4'
11. Viola 4' Nasat 2 2/3'
12. Nasard 2 2/3' Waldflöte 2'
13. Piccolo 2' Cymbel II f
14. Harmonial II - III f Scharf V f
15. Oboe 8' Tuba 8'
16. Tuba 8' Schalmei 4'


Pedal

1912 1933
1. Prinzipal 16' Prinzipal 16'
2. Violon 16' Violon 16'
3. Subbaß 16' Subbaß 16'
4. Salizet 16' Salizet 16'
5. Quinte 10 2/3' Quinte 10 2/3'
6. Prinzipal 8' Prinzipal 8'
7. Cello 8' Choralbaß 4'
8. Baßflöte 8' Blockflöte 2'
9. Oktave 4' Bauernpfeife 1'
10. Posaune 16' Baßcymbel III f
11. Tuba 8' Posaune 16'
12. - - Schalmei 4'


Die Orgel ist im August 1945 untergegangen.

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