Neuroßgärter Kirche


Der Turm der Neuroßgärter Kirche

Die Neuroßgärter Kirche wurde in den Jahren 1644-1647 gebaut. Der Turm wurde 1685-1695 hinzugefügt (BOETTICHER 1897, S. 238).


Inneres der Neuroßgärter Kirche

Im inneren fällt die bemalte hölzerne Stichbogengewölbe auf, es wurde von dem Mathematiker Otter entworfen (BOETTICHER 1897, S. 240). Von die Gemälde gibt es noch Farbendia's.


Die Orgel der Neuroßgärter Kirche

Geschichte

Zur Geschichte dieser Orgel gibt es ein erfreuliche Menge Literatur: Ein Beitrag in Musik und Kirche: MUK 1934-6-N, FEDTKE 1934, GROßMANN 1935, und auch RENKEWITZ & JANCA 1984 beschäftigen sich mit der Geschichte dieser Orgel.

In 1673 errichtet David Trampp (auch Trampff) eine einmaualige Orgel mit Pedal von15 Stimmen. In 1674 wird ein Rückpositiv hinzugebaut mit 7 Stimmen (RENKEWITZ & JANCA 1984, S. 165 - 166).

Das Werk wird 1734 - 1737 umgebaut von Georg Sigismund Caspari (nicht Casparini wie in FEDKE 1934 und in MUK 1934-6-N, unterschrift zur Abbildung des Prospekts).

Nach Restaurierungen in 1800 und 1823 (Jacob Preuß, Königsberg) und ein Umbau / Erweiterung zu 27 Stimmen (ausgeführt von Wilhelm Sauer, Frankfurt/O zwischen 1860 und 1866, sehe FALKENBERG 1990, S. 294) wird das Instrument 1904 vom Bruno Goebel umgebaut.

In 1934 wird von der Orgelbauanstalt Wilhelm Sauer/Frankfurt O. ein Neubau im alten Gehäuse errichtet. Ein großes, 67 - stimmiges Werk entsteht. Der Mittelteil der Hauptwerksfassade und das Rückpositiv stammten noch von David Trampp (RENKEWITZ & JANCA 1984, S. 164). Laut der Disposition war auch der fliegender Adler noch Funktionsfähig. Am Rückpositiv gab es 2 Zimbelsterne. In dieser Gestalt wurde die Orgel 1944 zerstört.

Das Bild unten Links zeigt die Bärpfeife 8' vom Brustwerk. Daneben offene und halbgedeckte Pfeifen des Brustwerks.


Pfeifen der Orgel der Neuroßgartner Kirche

Disposition der Orgel

Die vermutliche Disposition von 1673 - 1674 ist zitiert nach RENKEWITZ & JANCA 1984, S. 166.

Die Situation von 1934 bis zur Zerstörung der Orgel in 1944 ist zitiert nach Musik und Kirche, 1934(6): S. 221 - 222.

Hauptwerk

1674 (Werk) 1934 (Manual I)
1. Principal 8' Prinzipal 16'
2. Gedackt 8' Prinzipal 8'
3. Octava 4' Gedackt 8'
4. Quint 3' Gemshorn 8'
5. Superoctava 2' Oktave 4'
6. Terz 1 3/5' Rohrflöte 4'
7. Mixtur IV f Oktave 2'
8. Trommete 8' Quinte 2 2/3'
9. - - Terz 1 3/5'
10. - - Mixtur IV - V f
11. - - Cimbel III f
12. - - Trompete 8'
13. - - Helle Trompete 4'


Rückpositiv

1674 1934 (Manual II)
1. Flöt 8' Flöte 8'
2. Principal 4' Quintadena 8'
3. Quint 3 Prinzipal 4'
4. Octava 2' Spielflöte 4'
5. Sesquialtera 1 3/5' Oktave 2'
6. Sedecima 1' Quinte 2 2/3'
7. Mixtur III f Sesquialter 1 1/3'
8. - - Feldpfeife 1'
9. - - Mixtur III - IV f
10. - - Dulcian 16'
11. - - Krummhorn 8'
12. - - 2 Zimbelsterne -
13. - - Fliegender Adler -


Brustwerk

1674 1934 (Manual III, Schwellwerk)
1. - - Quintadena 16'
2. - - Prinzipal 8'
3. - - Rohrflöte 8'
4. - - Italienisch Prinzipal ? 4'
5. - - Blockflöte 4'
6. - - Schweizer Pfeife 2'
7. - - Nachthorn 1'
8. - - Quinte 1 1/3'
9. - - Scharff IV f
10. - - Bärpfeife 8'
11. - - Singend Regal 4'


Oberwerk

1674 1934 (Manual IV, Schwellwerk)
1. - - Lieblich Gedackt 16'
2. - - Geigenprinzipal 8'
3. - - Singend Gedackt 8'
4. - - Aeoline 8'
5. - - Vox coelestis 8'
6. - - Violine 4'
7. - - Nachthorn 4'
8. - - Prinzipal 2'
9. - - Flautino 2'
10. - - Zartquinte 2 2/3'
11. - - Terz 1 3/5'
12. - - Sifflöte 1'
13. - - Cornett II - IV f
14. - - Mixtur VI - VII f
15. - - Ranket 16'
16. - - Trompette harmonique 8'
17. - - Vox humana 8'
18. - - Clairon 4'


Pedal

1674 1934
1. Subbaß 16' Prinzipalbaß 16'
2. Principal 8' Subbaß 16'
3. Flöt 8' Prinzipal 8'
4. Octava 4' Kupferflöte 8'
5. Superoctava 2' Oktave 4'
6. Bauerflöte 1' Nachthorn 4'
7. Trommete 8' Superoktave 2'
8. - - Bauernpfeife 1'
9. - - Mixtur VI f
10. - - Sordun 32'
11. - - Posaune 16'
12. - - Dulcian 16'
13. - - Trompete 8'
14. - - Singend Kornett 2'


Mit Ausnahme der Sedecima 1' vom Rückpositiv, der in eine Feldpfeife 1' umgewandelt wird, sind alle Stimmen der Trampp - Orgel auch in die neue Orgel von 1934 vertreten. Der in der Orgelbaugeschichte seltene Auftritt des 1' im Pedal wird wohl auf das Bestreben die Trampp - Orgel (einigermaßen) zu rekonstruieren zurückgegangen sein.

Eine Interessante Disposition, sicherlich wenn man Sie aus dem Sicht der damaligen Zeit betrachtet.


Mechanisches Positiv der Neuroßgärter Kirche

In 1938 kam ein Positiv in die Kirche dazu. Es wurde von Bruno Goebel aus Königsberg, erbaut. Damals war es eine Novität daß wieder eine rein-mechanische Schleifladenorgel erbaut wurde (RENKEWITZ & JANCA 1984, S. XIX, Fig. 2).



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