Altstädtische Kirche


Schinkel-Entwurf für die Die Altstädtische Kirche

Die neue Altstädtische Kirche war ein Zentralbau nach Entwurf Schinkels, und wurde in den Jahren 1838 - 1845 fertiggestellt. Die oben abgebildete Entwurf Schinkels wich nur unbedeutend ab von der wirkliche Ausführung.

Auf Anregung des Friedrich Wilhelm III wurden die Fialen ertsmals gestrichen. Nach dem Tode dieses Königs und Schinkel wurden, von Friedrich Wilhelm IV veranlaßt, die Fialen auf dem Gesims aufgesetzt (LORCK 1963, S.160).


Die Altstädtische Kirche

Innenansicht der Altstädtische Kirche

Die Säulen der Altstädtische Kirche waren verwannt an diejenigen der Leipziger Nicolaikirche.


Säulen der Altstädtische Kirche

Altar der Altstädtische Kirche

A.G.Casparini hat diese Orgel gebaut in den Jahren 1752 - 1763 (GAUSE (1996, Tl. II, S. 111) und RENKEWITZ, JANCA & FISCHER (2008, S. 400 ff)) , also teilweise während der Russische Besatzung van Ostpreußen. Daher werd vermutlich auch so lange gedauert haben bis die Orgel fertig war. Das Instrument hatte 69 Register, 3 Manualen und ein groß ausgebautes Pedalwerk. Es war Casparini's größte Orgel.

Wegen Versenkung wurde die mittelalterliche Kirche 1824 geschlossen und in den nächsten drei Jahre abgebrochen. Der Altar ging (nach GAUSE 1996, Tl. II, S. 408) in die Steindammer Kirche (sehe dort für Abbildung). Die Taufstein von 1580 ging nach die Kirche in Leunenburg (DEHIO (1993, S. 360). In Leunenburg wird von DEHIO (1993, S. 360) auch eine Orgel von Adam Gottlob Casparini von 1745 erwähnt, der allerdings nicht aus der Altstädtische Kirche Königsbergs stammt.

Die Orgel wurde ausgebaut und sorgfältig in Kisten verpackt und gelagert (KÖNIGSBERGER CORRESPONDENT 1828: 344-345). Nachher (1847-1848) wurde die Orgel in die Schinkel'sche Kirche wiederaufgebaut (LANGHANS (1852: 133-134) durch Johann Scherweit (RENKEWITZ, JANCA & FISCHER 2008: 403).


Sowohl JANCA & FISCHER 2008 als auch RENKEWITZ, JANCA & FISCHER 2008 geben die Disposition noch als unbekannt an. Herrn Krzysztof Urbaniak hat die Disposition aufgefunden und stellte mir freundlicherweise die Links zur Verfügung.


Die Disposition laut der KÖNIGSBERGER CORRESPONDENT (1828: 344-345) und LANGHANS (1852: 133-134) (für Unterschiede zwischen diesen sehe weiter Unten) war:

Hauptmanual Untermanual Obermanual Pedal
Principal 16 Quintatoen 16 Theorbe 16 Posaunbass 32
Trombone 16 Dulcian 16 Jula 8 Majorbass 32
Violon 16 Principal 8 Flaut major 8 Principalbass 16
Bordun 16 Unda Maris 8 Vox humana 8 Subbass 16
Octav Princip. 8 Viola di (da) Gamba 8 Vox curiosa 8 Posaunbass 16
Quintatoen 8 Trompet 8 Principal 4 Contrabass 16
Hautbois 8 Hohlflöte 8 Flaut minor 4 Füllbass 10 3/5
Rohrflöte 8 Octav princip. 4 Flaut travers 4 Octavbass 8
Gemshorn 8 Rohrflöte 8 Nassat 3 Trompet 8
Füllquinte 6 Quinta 3 Octava 2 Salicetbass 8
Octav 4 Superoctav 2 Tertia 1 3/5 Flötbass 8
Flötedouce 4 Flageolet 2 Siffloet 1 Quintbass 6
Spielflöte 4 Tertia 1 3/5 Cornet(1/2Reg.) III Superoctav 4
Superoctav 2 Mixtur VI Mixtur V Clarino 4
Scharff III Cimbel III Tremulant Jubal 4
Rauschquint II Manualglock.(1/2Reg.) Schwebung Blockflöte 4
Mixtur VII Cimbelstern Spielflöte 4 Cornet 2
Waldflöte 2
Nachthorn 1
Mixturbass VI
Pedalglocken
2 Engel mit 2 Pauken


NB: es gibt einige Unterschiede zwischen die beiden Auflistungen der Dispositionen von LANGHANS (1952: 133-134) und der KÖNIGSBERGER CORRESPONDENT (1828: 344-345):


FALKENBERG 1990 (S. 294) erwähnt ein Umbau (Neubau?) von einer 55 - Stimmigen Orgel zwischen 1860 und 1866 von Wilhelm Sauer, Frankurt/O. Die Orgel der Altstädtische Kirche sollte damit noch eine Stimme mehr haben als die Königsberger Domorgel, der zur selben Zeit von Sauer um/neugebaut wurde. Die alte Fassade Casparinis wurde übernommen.

In 1895 ist von Max Terletzki, Elbing, eine neue Orgel mit 52 Registern, 3 Manuale und Pedal gebaut worden. BOETTICHER (1897, S. 186) erwähnt das bedeutende Teile des Rococo-Gehäuses der Orgel in 1895 in das Gewerbe-Museum in Königsberg kamen. GÜTTLER 1925 (gegenüber S. 96) gibt eine Abbildung von die Aufstellung (mit Dank für den Scan an Mr. Krzysztof Urbaniak):


Orgelteile der Orgel der Altstädtische Kirche im Kunstgewerbemuseum in Königsberg

Mitten im Krieg wurden von Kemper in 1943 ein neues Orgelwerk gebaut mit 71 Registen auf 5 Manuale und Pedal (RENKEWITZ, JANCA & FISCHER 2008: 405). Diese Orgel ist mitsamt der Kirche 1944 untergegangen.

Die Ruine der Kirche stand bis in den 60-er Jahre hinein und ist danach abgebrochen worden. Die Säulen wurden wiederverwendet in das Portal des Stadions "Baltika" (PEITSCH 1979, S. 27 und DEHIO 1993, S. 307). Sehe Abb. unten.


Säulen der Altstädtische kirche in das Portal des Stadions "Baltika".